Oxalsäurebehandlung im Winter

Zu meiner imkerlichen Betriebsweise gehört auch die sogenannte Restentmilbung im Winter mit Oxalsäure. Dies ist eine wichtige Behandlung für die Bienen gegen die Varroamilbe (Varroa destructor).

Oxalsäurebehandlung

Die Oxalsäurebehandlung im Winter geht schnell, stört die Bienen wenig und wirkt sehr gut. Außerdem sind Rückstände der Oxalsäure im Wachs oder im späteren Honig ausgeschlossen bzw. unproblematisch, da Oxalsäure als natürliche Säure ohnehin im Bienenvolk und im Honig vorhanden ist.

Bienen sollten brutfrei sein

Wie die meisten Varroazide wirkt auch die Oxalsäure lediglich auf die Milben, die auf den Bienen sitzen. Sie erreicht also keinen Milben die sich zum Zeitpunkt der Behandlung in verdeckelten Brutzellen befinden. Daher sollte eine Oxalsäurebehandlung möglichst zu einem Zeitpunkt vorgenommen werden, in dem die Bienenvölker brutfrei sind.

Für die Oxalsäurebehandlung einen kalten Tag auswählen

Für die Oxalsäurebehandlung ist es wichtig, dass die Bienen eng zusammensitzen. Die sogenannte Wintertraube bildet sich bei kalten Temperaturen. Ideal sind Temperaturen unter 5 Grad, sowie eine Behandlung am frühen morgen.

Für mich hat sich in den letzten Jahren ein Termin Anfang Dezember als guter Zeitpunkt herauskristallisiert.

Bienenvolk im Dezember
Bienenvolk im Dezember

Woher bekomme ich die richtige Oxalsäure?

Oxalsäure-Produkte kann man in der Apotheke, im Imkereifachhandel oder direkt bei den Herstellern kaufen. In vielen Vereinen gibt es auch Sammelbestellungen so wie bspw. auch im Bienenzuchtverein Neukirchen-Vluyn.

Wichtig hierbei ist , dass die Oxalsäuremittel auch zugelassen  für die Behandlung von Bienen sind. Dabei ist auf den Zusatz „ad us. vet.“ (ad usum veterinarium  -> „zum Gebrauch am Tier“) zu achten.

Es gibt auch technische Oxalsäure zu kaufen. Diese hat allerdings keine Zulassung zur Behandlung von Bienen.

Oxalsäurebehandlung richtig durchführen

Die Behandlung mit Oxalsäure bzw. das träufeln dieser ist prinzipiell recht einfach und aus meiner Sicht auch anwenderfreundlich. Da es sich hier aber um eine Säure handelt, ist dennoch Vorsicht bei der Handhabung geboten und entsprechende Schutzkleidung wie Handschuhe und Schutzbrille sind zu tragen.

  1. Oxalsäure erwärmen: Ich schaue, dass die Oxalsäure mindestens Raumtemperatur hat und nehme diese auch in einem isolierenden Behältnis mit zum Bienenstand.
  2. Dosierung: Bei schwachen Völkern träufle ich 30 Milliliter, bei Einzargern 40 Milliliter und bei starken Völkern gebe ich 50 Milliliter Oxalsäure je Bienenvolk.
  3. Träufeln: Mit einer Spitze (siehe Bild oben) ziehe ich die gewünschte Menge auf und gebe diese in einem feinen Strahl in die Wabengassen. Erstreckt sich das Volk über mehrer Zargen oder hängt sogar extrem in den Gitterboden rein, spritze ich auch diese Bienen noch mit Oxalsäure ein.
  4. Nur einmal behandeln: Diese Behandlung erfolgt jedes Jahr nur ein mal. Eine zweite Behandlung würde den langlebigen Winterbienen zu sehr schaden und das Volk ggf. sterben.
  5. Oxalsäure nicht im nächsten Jahr noch mal verwenden: Die Oxalsäure ist im angemischten Zustand nicht lange haltbar. Daher auf keinen Fall im Folgejahr erneut verwenden sondern dann wieder neue Oxalsäure besorgen.

Keine Behandlung ohne vorherige Diagnose

Bevor ich allerdings eine Oxalsäurebehandlung an meinen Bienen durchführe, prüfe ich ob eine Behandlung überhaupt notwendig ist. Dafür kontrolliere ich über einige Tage den natürlichen Milbenfall. Dazu werden ich noch mal einen separaten Beitrag erstellen. Von uns Menschen würde ja auch niemand auf Verdacht Medikamente nehmen sondern vorher eine Diagnose vornehmen (lassen).

Also liebe Imker…Keine Behandlung ohne vorherige Diagnose.

 

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